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Be Open.

Veröffentlicht am 30 November 2009 in Frauen, Geheimnis, Verschiedenes
2636 , 1 für heute

Ich habe den Umschlag bis jetzt nicht geöffnet. Ich habe ihn auf meinem Schreibtisch liegen gelassen. Wie ein Mahnmal. Vielleicht eine Empfehlung, Mädchen mit der Leidenschaft für Filme der 50er Jahre nicht zu trauen.

Heute habe ich ihn geöffnet. Es waren Autoschlüssel darin. Und ein Brief.

Der Brief enthält keine Entschuldigungen. Er ist ein Dankschreiben.

Claire dankt mir, ihr bei der Verwirklichung des Coups geholfen zu haben, den sie seit mehr als zwei Jahren organisiert hatte.

Sie schreibt, dass sie keine andere Möglichkeit hatte um ihr Vorhaben zu verwirklichen. Mich in ihr Netzwerk zu verwickeln war unvermeidbar gewesen um das zu bekommen, was sie mehr als alles andere begehrte: Ein Auto. Aber nicht irgendein Auto. Eine Ikone. Das Exklusivmodell einer Sonderserie, die für die gesamte Menschheit geschaffen wurde.

Sie hatte alles bis ins kleinste Detail geplant. Verhaftung eingeschlossen.

Das Ergebnis ihres Coups liegt jetzt in meinen Händen, sagt sie. Das Auto ist in einem unterirdischen Parkhaus in King’s Cross versteckt. Der Brief enthält die Adresse und die Parkplatznummer. Sie bittet mich, es bis zu ihrer Rückkehr mit aller Sorgfalt aufzubewahren.

Seit zwei Jahren hatte sie die Absicht, sich diesen Schatz anzueignen, wollte ihn jedoch nicht mit Cornelius Kohler teilen. Also hat sie dieses lange Theaterspiel ausgetüftelt, um uns alle an der Nase herumzuführen.

Sie hat mich zufällig getroffen, an jenem Tag im Kino, vielleicht der einzige Zufall in dieser ganzen Geschichte. Aber sie begriff sofort, Centre Pompidou. Sie begriff sofort, dass ich nicht aufgeben würde. Dass ich sie überall suchen würde.

Es war ihr gelungen, das zu stehlen, was sie wollte.

Es war ihr gelungen, das Auto in Sicherheit zu bringen, bevor Cornelius Kohler sie fand und sie in dieses schwimmende Gefängnis an den Ufern des Rheins einschloss.

Es war ihr gelungen, genau so viele Indizien zu verteilen, um sich im richtigen Moment entdecken zu lassen. Es war ihr gelungen, alle auf ihre Spuren zu lenken.

Man kann nur sagen: ein perfekter Plan.

Der Brief endet mit einem Wunsch. Mit dem Wunsch, mich wiederzufinden, wenn sie aus dem Gefängnis entlassen wird. Sie schreibt, sie wird es sein, die mich sucht. Sie möchte das Auto zurückhaben. Wir könnten versuchen, das zu tun, was wir bis jetzt nicht geschafft haben: Uns gegenseitig besser kennlernen, herausfinden ob wir zu zweit mehr lachen oder mehr weinen.

Sie schreibt außerdem, dass ich das Auto benutzen darf, mich aber nicht daran gewöhnen darf. Wir könnten nach ihrer Rückkehr gemeinsam eine Ausfahrt machen. So würde auch ich verstehen, warum sie dieses Auto so sehr begehrt hat. Auch ich würde verstehen, was es für sie bedeutet und wir könnten vielleicht eine schöne Lovestory haben. Zumindest solange, bis sich einer von beiden in etwas anderes verliebt.

Bis bald. So endet der Brief. Mit dem lakonischsten „Bis bald“, dass ich je gelesen habe.

Und so habe auch ich mein Abenteuer gehabt. Ein Abenteuer, das irgendwie dem Film „Der lange Abschied” von Chandler ähnelt. Eine Geschichte, die ich bis jetzt nur aus Büchern kannte. Nur das meine Geschichte statt „Der lange Abschied” eher „Das lange Wiedersehen“ heißen müsste.


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Wer weiß warum, man macht mir sogar Komplimente.

Veröffentlicht am 28 November 2009 in Frauen, Geheimnis, Verschiedenes
2633 , 1 für heute

Heute war ich bei Scotland Yard. Ich habe meine unsichtbare Hand kennengelernt, den Inspector, dem ich bei der Aufgabe geholfen habe, meine eigene Freundin zu verhaften.

Trotzdem ein sympathischer Typ. Er hat mir die Hand gegeben. Er hat gesagt, ich hätte das Zeug zum Privatdetektiv. Sie hätten es ohne meine Hilfe nie geschafft.

Schwacher Trost.

Der Inspector hatte zwei Neuigkeiten für mich. Die erste: Genau in diesem Moment verhafteten die französischen Behörden Cornelius Kohler. Seine unbestrittene Herrschaft über den europäischen Kunstmarkt ist damit zu Ende.

Die zweite: Claire Galliard hat mir etwas vermacht. Das Mädchen hatte einen Gegenstand für mich, etwas das der Inspektor mir aushändigen wird, wie er ihr versprochen hat.

Es ist ein Briefumschlag. Etwas zu schwer, um nur Worte zu enthalten.


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Nicht alles kann man ändern.

Veröffentlicht am 28 November 2009 in Frauen, Geheimnis, Verschiedenes
2621 , 1 für heute

Nicht einmal Juliette, mit ihrer angeborenen Fähigkeit, sich aus jeder Situation zu befreien, konnte vor sich selbst flüchten.

Niemand kann das.

Es gibt wirklich nichts, was in dieser Geschichte nicht passiert ist. Keines der Individuen, das ich angetroffen habe, war wirklich das, was es vorgab zu sein. Ich habe das Gefühl an einer unwahrscheinlichen Meisterschaft für Verwechslungskünstler teilgenommen zu haben.

Der Privatdetektiv, der die gesamte Zeit meine Angelegenheiten verfolgt hat, war nicht einfach ein Privatdetektiv, sondern ein Inspector von Scotland Yard.

Der Inspector hat meine Meldung erhalten. Er hat Verstärkung angefordert. Er ist an dem von mir auf dem Plan angegebenen Punkt aufgetaucht. Er hat Juliette oder Claire gefunden. Er hat sie befreit und sofort danach verhaftet.

Pompidou


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Was tun?

Veröffentlicht am 23 November 2009 in Frauen, Geheimnis, Verschiedenes
2674 , 1 für heute

Ich habe die Angaben mindestens tausend Mal gelesen. Meiner Meinung nach bezieht sich die lange Beschreibung von Juliette auf das, was sie von dem Verlauf der Strecke mitbekommen hat, nachdem sie entführt wurde. Seit Stunden versuche ich mithilfe von google street view den richtigen Ort ausfindig zu machen, aber es ist mir noch nicht gelungen, die Angaben von Juliette zu entschlüsseln.

Vielleicht befindet sich Juliette dort irgendwo. Die Hilfe aller wird benötigt. Öffnet street view, versucht durch Befolgung ihrer Angaben herauszufinden, wohin Juliette gebracht wurde. Wenn Ihr glaubt, sie gefunden zu haben, sendet die Koordinaten des Zielortes direkt an den Privatdetektiv.

Mehr können wir im Moment nicht tun.


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These days are gone, and I’m not so self assured.

Veröffentlicht am 19 November 2009 in Frauen, Geheimnis
2639 , 1 für heute

Ich wähle die weniger schlimme der beiden Möglichkeiten.
Juliette hat eine Mail geschickt.
Ohne Betreff.

Die Mail enthält nur eine Reihe von Angaben ohne Sinn. Den Link zur Mail könnt Ihr hier finden.

Ich nehme bereits etwas vorweg: Der Text der E-Mail endet so:

Help!

Entweder bin ich in einem Lied der Beatles gelandet oder ich bin vor einem Horrorfilm eingeschlafen.


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Was Claire getan hat

Veröffentlicht am 13 November 2009 in Frauen, Geheimnis, Verschiedenes
2697 , 1 für heute

Clouseau hat nicht mit Einzelheiten gespart. Er hat alle von Cornelius begangenen Verbrechen aufgezählt.
Diebstahl von Kunstwerken. Illegaler Handel mit Juwelen. Bestechungen.
Er wäre mir vollkommen gleichgültig, wenn ich nicht wüsste, dass Juliette seine Komplizin war.
Der Privatdetektiv behauptet, dass Claire Galliard mehr als zwei Jahre lang eine seiner Topdiebinnen war.
Ich hätte es lieber auf andere Weise entdeckt. Auch wenn ich mittlerweile auf alles gefasst war.
Clouseau hat mehrmals wiederholt, dass ich ihm jede Kleinigkeit mitteilen soll, die ich über sie erfahre.
Ich weiß nicht, ob ich das tun werde. Juliette zu finden kann bedeuten, einen gefährlichen Kriminellen zu überführen. Es kann aber auch bedeuten, mir Juliette für immer zu nehmen, auch wenn sie mir nie gehört hat.

Ich weiß nicht, was ich tun soll.


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Eine lang erwartete Rückkehr.

Veröffentlicht am 11 November 2009 in Geheimnis, Reisen, Verschiedenes
2709 , 1 für heute

Clouseau, der Privatdetektiv hat sich wieder gemeldet. Er hat mich auf meinem Privathandy angerufen. Er wusste alles über meine elektronische Unterhaltung mit Cornelius Kohler.
Er sagte, ich soll ihm nicht glauben. Dass er unwiderlegbare Beweise hat. Dass Claire in seinen Händen ist. Er ist sich dessen sicher.
Er sagte, dass dieser Anklagepunkt ausreicht, um ihn für einige Zeit ins Gefängnis zu schicken und er auf diese Weise für all das bezahlen könnte, was er getan hat.
Claire muss gefunden werden. Auf diese Weise können sie ihn überführen. Er sagte, dass er meine Hilfe braucht.
Wie seltsam. Erneut dachte ich, dass ich derjenige bin, der Hilfe braucht.


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Zwischen Skype und Realität #2

Veröffentlicht am 06 November 2009 in Frauen, Geheimnis, Verschiedenes
2823 , 1 für heute

Gestern war Otello auf Skype.
Ich habe ihn nochmals nach Juliette gefragt.
Er behauptet, sie nicht zu kennen.
Ich habe ihn nach Claire gefragt.
Sein Kontakt-Symbol verharrte für einige Zeit still, dann wurde es ein Bleistift: Er schrieb etwas. Das Symbol blieb sehr lange so. Länger als zwanzig Minuten. Ich dachte, das System ist abgestürtzt. Ich glaube, dann bin ich in Gedanken versunken.
Als ich wieder zu mir kam, war die Antwort von Kohler da. Nicht mehr als zehn Zeilen. Sein Kontakt hingegen war nicht mehr Online.
Er sagte, dass Claire eine seiner Mitarbeiterinnen war. Er hätte sie schon lange nicht mehr gesehen. Er wüsste nicht wo sie geblieben ist. Er fragte, ob ich etwas über sie wüsste, selbst wenn es nur eine unbedeutende Kleinigkeit wäre. Ich hätte ihm sagen sollen das, was ich wüsste.
Wir sind wieder am Ausgangspunkt.


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Zwischen Skype und Realität

Veröffentlicht am 30 Oktober 2009 in Frauen, Geheimnis, Verschiedenes
2773 , 1 für heute

Es ist passiert. Ich wollte es auch nicht glauben. Offensichtlich waren wir überzeugend. Irgendwie hat Cornelius unsere Performance bemerkt.

Es war mitten in der Nacht. Ich konnte nicht schlafen. Verkehrslärm drang von der Straße herauf. Ein Betrunkener lärmte im Dunkeln. Plötzlich erhielt ich eine Kontaktanfrage über Skype, der Nickname war “Otello”, während ich versuchte zu verstehen, was Desdemona zu einem solchen Nick gesagt hätte, habe ich den Kontakt akzeptiert und fand mich in einem Chat mit Cornelius Kohler höchstpersönlich wieder. Er hat mir Komplimente gemacht. Er sagte, dass ich eine Zukunft als Künstler haben könnte. Wie seltsam. Das sagte auch meine Oma schon immer.

Ich habe ihn nach Juliette gefragt. Die Unterhaltung ist abgebrochen.


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Cornelius bemerkt uns nicht.

Veröffentlicht am 27 Oktober 2009 in Frauen, Geheimnis, Verschiedenes
2865 , 1 für heute

Ich habe es versucht. Ich habe mich mit der Aufschrift 500 Minuten unter der Dusche fotografiert und das Foto eingesendet. Es hat nicht funktioniert. Ich habe versucht, auf einen Baum zu klettern und bin dort 500 Minuten lang geblieben. Nichts. Auch meine Online-Zeitung ist nicht an der Veröffentlichung meiner Performance interessiert. Ich bin überzeugt, dass man einen Schritt weitergehen muss.  Ich habe darüber nachgedacht.
Und dann ist mir etwas eingefallen.

Versuchen wir, die Journalisten zu informieren. Mir ist eingefallen, dass bei uns in der Redaktion Berge von Hinweisen eintreffen, die manchmal ganz interessant sein können und uns wichtige Tipps liefern.
Heute habe ich vom Büro aus einen dieser Hinweise auf  meinen PC übertragen.
Hier ist das Formular.

Ladet es herunter. Versucht, es auszufüllen. Versucht Eure Performance bereits in der Darstellung des Vorschlags interessant zu gestalten und sendet sie an die Redaktionen der Tageszeitungen, Fernsehanstalten und lokalen und internationalen Webseiten.
Auf diese Weise können wir vielleicht mehr auf uns aufmerksam machen und etwas  interessanteres für Cornelius hervorbringen.


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